Lager werden in der politischen Diskussion des Vereinigten Königreichs häufig mit großen Onlinehändlern gleichgesetzt. Das greift zu kurz. Lagerstandorte versorgen Hersteller, stationäre Händler, Gastgewerbe und Logistikdienstleister und sind damit ein wesentlicher Teil industrieller Infrastruktur.
Eine von Aricia für die UK Warehousing Association erstellte Analyse schätzt die Beschäftigung im britischen Lagersektor auf etwa 760.000 Personen. Das liegt deutlich über den 440.000 Stellen, die das britische Statistikamt ONS ausweist. Laut der Analyse fehlen in der amtlichen Zahl zahlreiche Lagerarbeitsplätze in Handels- und Produktionsunternehmen.

Selbst auf Basis der niedrigeren ONS-Zahl ist die Beschäftigung im Lagerwesen seit 2011 um 40 % gestiegen. Die Gesamtbeschäftigung im Vereinigten Königreich nahm im selben Zeitraum lediglich um 14 % zu. Das Wachstum erhöht den Bedarf an leistungsfähiger Förder- und Flurfördertechnik, digitalen Systemen und gut qualifizierten Beschäftigten.
Automatisierung braucht Kontext
Der Onlinehandel hat die Nachfrage nach Lagerflächen verstärkt, bildet den Markt aber nicht allein ab. Eine Untersuchung von Savills und der UKWA aus dem Jahr 2024 kam zu dem Ergebnis, dass Third-Party-Logistikunternehmen mehr Lagerfläche nutzten als Onlinehändler. Auch stationäre Handelsunternehmen lagen vor dem Onlinehandel.
Für Technologieanbieter bedeutet das: Lösungen müssen unterschiedliche Warenströme und Betriebsmodelle abdecken. Gabelstapler, Warehouse-Management-Systeme, Automatisierung und Sicherheitslösungen sollen Durchsatz und Transparenz erhöhen, zugleich aber die Arbeit der Teams unterstützen. In diesem Umfeld bietet Still Materials Handling Lösungen für die innerbetriebliche Materialbewegung an.
Regeln beeinflussen Investitionen
Logistics UK beziffert den jährlichen Beitrag der Logistik zur britischen Bruttowertschöpfung auf 175 Milliarden Pfund. Die Branche ermöglicht demnach außerdem internationalen Handel im Wert von mehr als 1 Billion Pfund und könnte das Wirtschaftswachstum um weitere 8 Milliarden Pfund pro Jahr steigern.
Gewerbesteuern, National Insurance und Planungsregeln wirken deshalb auch auf die Modernisierung von Lagerstandorten. Vorhersehbare Rahmenbedingungen erleichtern Investitionen in Digitalisierung, Automatisierung, Instandhaltung und Qualifizierung. Für Industrieunternehmen ist die zentrale Erkenntnis: Ein Lager ist kein passiver Kostenpunkt, sondern ein produktiver Knoten im Liefernetzwerk.






