EU treibt die Widerstandsfähigkeit der Lieferkette voran, bevor es 2026 ist

Die Europäische Union beschleunigt ihre Bemühungen, ihre Abhängigkeit von China bei kritischen Rohstoffen zu verringern, nach erneuten Bedenken hinsichtlich Exportbeschränkungen für Seltene Erden und deren potenziellen Auswirkungen auf Europas Halbleiter- und fortschrittliche Fertigungssektoren.

Kürzliche Signale aus China bezüglich Exporte von Seltenen Erden haben den Fokus auf Schwachstellen in der Lieferkette verstärkt, insbesondere da die Nachfrage nach Hochtechnologie-Halbleitern weiter steigt. Branchenexperten warnen, dass diese Drucksituationen sich voraussichtlich im Jahr 2026 verschärfen werden und langjährige geopolitische, Handels- und Materialabhängigkeitsrisiken in den Vordergrund rücken.

Steffen Schulze Selting, Senior Director Customer Success bei Sphera, sagt, dass die schnelle Expansion der künstlichen Intelligenz die Nachfrage nach Halbleitern antreibt und die Bedeutung der Resilienz in der Lieferkette erhöht.

Mit dem anhaltenden Anstieg der KI wächst die Nachfrage nach Hochtechnologie-Halbleitern, und damit steigen auch die Anforderungen an widerstandsfähige Lieferketten… Ein potenzieller Konflikt zwischen China und Taiwan schwebt wie das Schwert Damokles über der Branche und den globalen Lieferketten.

Der Halbleitersektor bleibt besonders anfällig für geopolitische Spannungen im Asien-Pazifik-Raum. Eine Eskalation im Zusammenhang mit Taiwan könnte Sanktionen gegen China auslösen, mit schweren Nachwirkungen für globale Lieferketten, weit über die Elektronikfertigung hinaus.

Für das Jahr 2026 rechnet Schulze Selting damit, dass Unternehmen ihre Überprüfung der Lieferketten verstärken, Abhängigkeiten analysieren und alternative Bezugsquellen suchen. Regierungen und Unternehmen investieren mehr in Resilienz, doch Exportkontrollen, Beschränkungen bei kritischen Materialien und sich ändernde Handelsbeziehungen schränken weiterhin die Flexibilität ein.

Europäische Exporteure werden voraussichtlich im Jahr 2026 stärker von US-Zöllen betroffen sein als im Jahr 2025. Die Auswirkungen des letzten Jahres wurden teilweise durch Vorverlagerung abgefedert, da Unternehmen Waren vor den Zollerhöhungen versendeten. Bis 2026 wird dieser Puffer verschwunden sein, was Exporteure höheren Kosten aussetzt, ohne kurzfristige Abmilderungsoptionen.

Trotz dieser Herausforderungen weist Schulze Selting auf positivere Entwicklungen im regulatorischen Bereich hin. Es wird erwartet, dass die Klarheit über europäische Vorschriften im Jahr 2026 die administrativen Anforderungen vereinfacht und die Kosten für viele Unternehmen senkt.

Aus Jahren der Störung werden Lehren gezogen… Risikomanagement wird zentral für den Aufbau von Resilienz sein, wobei Nachhaltigkeit in die Entscheidungsfindung eingebunden wird. Wer nicht handelt, wird letztlich Marktanteile verlieren.

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