Telematik soll britische Spediteure beim Fahrermangel entlasten

Digital tools could ease pressure from UK HGV driver shortage

Britische Speditionsunternehmen stehen vor einer doppelten Herausforderung: Der Bedarf an Lkw-Fahrern wächst, gleichzeitig verteuert sich die Rekrutierung. Prognosen zufolge könnten jährlich bis zu 400.000 neue Fahrer erforderlich sein, um die wirtschaftliche Nachfrage zu bedienen. Die Altersstruktur verschärft die Lage. Weniger als 2 % der britischen HGV-Fahrer sind jünger als 24 Jahre, während mehr als 55 % zwischen 50 und 65 Jahre alt sind.

Wenn erfahrene Beschäftigte in den kommenden Jahren ausscheiden, dürfte der Ersatzbedarf weiter steigen. Für Unternehmen wird der Einstieg neuer Fahrer jedoch kostspieliger.

Ausbildung und Versicherung verteuern den Einstieg

Der UK Inflation Index von Dojo weist darauf hin, dass sich die Ausbildungskosten im britischen Straßengüterverkehr innerhalb eines Jahrzehnts verdoppelt haben. Damit steigt die Vorleistung der Unternehmen, die Führerscheine und Qualifizierungen neuer Fahrer finanzieren.

Auch die Versicherungsbelastung hat zugenommen: Die Kosten für die britische Transportbranche liegen 57 % über dem Niveau vor zehn Jahren. Weniger erfahrene Fahrer führen häufig zu höheren Prämien. Gerade die gewünschte Verjüngung der Belegschaften kann deshalb zusätzliche Kosten auslösen.

Die Personalkosten stiegen im vergangenen Jahr um 44 %. Dazu trugen unter anderem höhere National-Insurance-Beiträge im Jahr 2025 bei. Der Wettbewerb um Fahrer erhöht außerdem den Lohndruck, was sich bei personalintensiven Speditionen unmittelbar auf die Margen auswirken kann.

Flottendaten als Ansatzpunkt

Telematik kann die Kosten nicht beseitigen, aber operative Einsparungen ermöglichen. Echtzeitdaten zur Fahrzeugposition unterstützen eine präzisere Routenplanung und können unnötigen Kraftstoffverbrauch reduzieren. Informationen zum Fahrverhalten machen zudem Leerlauf, starkes Bremsen oder abruptes Beschleunigen sichtbar.

So erhalten Disponenten und Flottenverantwortliche eine belastbare Grundlage für Verbesserungen. Die Technologie ersetzt keine Fahrer, hilft aber, Fahrzeuge und vorhandene Arbeitskraft effizienter einzusetzen und die Folgen des Fachkräftemangels abzufedern.

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