Automatisierte Lager brauchen mehr als intelligente Software

Automation needs technicians as much as algorithms

Automatisierte Lager werden leistungsfähiger, doch ihre Technik bleibt wartungsintensiv. Flurförderzeuge, Shuttle-Systeme und mobile Roboter verbinden Batteriesysteme mit Elektronik, Sensorik, Software und Kommunikation. Für Logistikunternehmen stellt sich deshalb neben der Investitionsfrage auch die Personalfrage: Wer hält diese Anlagen künftig am Laufen?

Ausbildungsprogramme können dabei eine wichtige Rolle übernehmen. In England stieg die Zahl der begonnenen Ausbildungen 2024/25 um 4,1 % auf 353.500; insgesamt nahmen 761.480 Menschen teil. Besonders stark entwickelten sich höhere Niveaus: Die Zahl der Starts auf Level 4 und darüber nahm um 15,1 % zu. Hochschulnahe Ausbildungsprogramme machten 17,1 % aller neuen Starts aus.

Der technische Nachwuchs wächst nicht überall

Für die Logistik ist der Trend dennoch ambivalent. Klassische Ausbildungen auf Level 2 gehen zurück. In den Bereichen Ingenieurwesen und Technologie gab es in England mehr als 100.000 Starts, 5 % mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig lagen die ingenieurbezogenen Ausbildungsstarts laut EngineeringUK noch 9 % unter dem Wert von 2014/15. Bei den Level-2-Ingenieursausbildungen hat sich die Zahl seit 2017/18 mehr als halbiert.

Der Arbeitsmarkt verschärft die Lage. Das IET stellte fest, dass 76 % der Engineering-Arbeitgeber Schwierigkeiten haben, Beschäftigte mit wichtigen Kompetenzen zu finden. In der Intralogistik kann dies längere Stillstände, höhere Wartungskosten und Verzögerungen bei Automatisierungsprojekten verursachen.

Ausbildung wird zur Frage der Betriebsstabilität

Der Servicetechniker von morgen braucht ein breiteres Profil als ein klassischer Mechaniker. Batterien, Leistungselektronik, Sensorik, Diagnosesoftware und autonome Funktionen gehören zunehmend zum Arbeitsalltag. Auch die Betreuung von Lagerrobotern verlangt diese Kombination aus praktischem und digitalem Know-how.

Deutschland zeigt, wie eng betriebliche Ausbildung und Industrie verbunden werden können. 2025 begannen 461.900 Menschen eine duale Ausbildung, 2,8 % weniger als im Vorjahr. Ende des Jahres befanden sich dennoch mehr als 1,2 Millionen Menschen im dualen System.

Der Intralogistikanbieter STILL nahm 58 neue Auszubildende und dual Studierende auf. Allen 34 Mitgliedern des vorherigen Hamburger Jahrgangs wurde eine Stelle angeboten; alle nahmen sie an. Über acht deutsche Standorte hinweg bildet STILL nun 241 junge Menschen aus. Für Industrieunternehmen ist das ein Hinweis: Nachwuchsförderung kann Teil der technischen Resilienz und nicht nur eine Aufgabe der Personalabteilung sein.

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