Logistikdienstleister werden zu strategischen Datenpartnern
Logistikdienstleister müssen ihr Leistungsversprechen erweitern. Eine aktuelle Untersuchung von Blue Yonder zu Logistics Service Providern mit 250 Führungskräften aus dem Einzelhandel zeigt, dass Auftraggeber zunehmend strategische Unterstützung erwarten.
Zuverlässigkeit und Termintreue bleiben mit 60 % die wichtigsten Eigenschaften. Gleichzeitig nennen 56 % Flexibilität und Reaktionsfähigkeit, während 46 % Kosteneffizienz und Transparenz hervorheben. Für Anbieter bedeutet das: Die operative Basis bleibt entscheidend, wird aber um digitale und beratende Leistungen ergänzt.

Mehr als Statusmeldungen
69 % der Befragten wünschen sich eine durchgängige Sichtbarkeit der Lieferkette. Auf den weiteren Plätzen stehen die Koordination von Lieferanten und Frachtführern (61 %), Risikoplanung (57 %), frühzeitige Hinweise auf Störungen (55 %) und Unterstützung bei der Wiederherstellung des Betriebs (51 %).
Viele Unternehmen verfügen zwar über die erforderlichen Informationen, verteilen sie aber auf Auftrags-, Lager- und Transportmanagementsysteme. Werden Daten manuell aus Tabellen gesucht oder zwischen Anwendungen übertragen, entstehen Verzögerungen und Abstimmungsaufwand. Auch die Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern wird dadurch erschwert.
Eine einheitliche Datenbasis kann diese Brüche reduzieren. Sie verbindet Frachtführer, Lieferanten und weitere Partner, schafft die Grundlage für eine Control-Tower-Struktur und verbessert die Datenqualität für künstliche Intelligenz sowie automatisierte Handlungsempfehlungen.

Investitionen mit unmittelbarer Geschäftswirkung
Fehlende technologische Fähigkeiten sind für 40 % der Einzelhändler das größte Problem bei Logistikdienstleistern. 33 % kritisieren unflexible Geschäftsmodelle, 32 % die Kostenleistung. Zugleich erwarten 83 %, dass sich die Partnerschaften durch den Ausbau digitaler Liefernetzwerke weiterentwickeln.
Besonders gefragt sind Investitionen in maschinelles Lernen und prädiktive KI, die 49 % nennen, sowie in Control Towers und digitale Lieferkettennetzwerke mit 40 %. Ein vernetztes Datenmodell kann Störungen früher sichtbar machen und die Koordination von Gegenmaßnahmen beschleunigen.
Zusätzliche Wachstumschancen liegen in ausgelagerten Prozessen. 30 % der Einzelhändler erwägen, das Auftragsmanagement innerhalb von fünf Jahren extern zu vergeben; beim Retourenmanagement sind es 21 %. Bei Analytik könnte der Anteil von heute 21 % auf bis zu 60 % steigen. Anbieter, die Integration, Skalierbarkeit und vorausschauende Steuerung verbinden, können sich damit vom Transportlieferanten zum langfristigen Technologiepartner entwickeln.





