Zölle veranlassen Unternehmen, ihre Aktivitäten näher an die Heimat zu verlagern
Während sich die Schlagzeilen auf die wirtschaftlichen Schocks der US-Handelspolitik konzentrieren, zeigen Untersuchungen, dass britische Unternehmen proaktive Schritte unternehmen, um Lieferketten zu lokalisieren, den Betrieb abzusichern und inflationsbedingten Druck auszugleichen.
„Zölle und Handelsschocks setzen britische Unternehmen stark unter Druck – aber sie ziehen sich nicht zurück, sie stellen sich neu auf. Das ist ein strategischer Neustart – kein bloßer Lückenfüller. Großbritannien führt Europa beim Nearshoring und der lokalen Beschaffung an – nicht nur, um Kosten zu senken, sondern um die Kontrolle zu übernehmen. Das ist ein strategischer Neustart – kein bloßer Lückenfüller“, sagt Matthew Woodcock, Regional VP, CVM/Supply Chain Strategy (EMEA & APAC), Coupa.
Unternehmen reagieren auf steigende globale Zölle und die Volatilität der Lieferketten mit entschlossenem Handeln. Laut einer neuen Studie von Coupa, einer führenden KI-nativen Plattform für ganzheitliches Ausgabenmanagement, erhöhen 85 % der britischen Unternehmen das Nearshoring oder planen dies innerhalb der nächsten 12 Monate, um ihre Aktivitäten näher an den Heimatmarkt zu verlagern – mehr als jedes andere befragte Land, einschließlich der USA (74 %), Deutschland (74 %) und Frankreich (66 %).
Statt Kostensteigerungen passiv hinzunehmen, gestalten britische Unternehmen ihre Lieferketten strategisch um, um lokale Lieferanten zu priorisieren, Abhängigkeiten von Hochrisikoregionen zu verringern und mehr Resilienz in ihre Geschäftsabläufe einzubauen.
Preise bleiben ein zentraler Druckpunkt. 61 % der britischen Lieferanten planen Preiserhöhungen zwischen fünf und zehn Prozent – der höchste Anteil unter allen befragten Ländern – weitere 22 % erwarten Preissteigerungen von über zehn Prozent. Diese Erhöhungen werden voraussichtlich in den kommenden Monaten direkt auf die Verbraucher durchschlagen, da steigende Lieferkosten entlang der Wertschöpfungskette weitergegeben werden. Um Margenverluste zu begrenzen, greifen Unternehmen zu Gegenmaßnahmen wie Lageraufbau (38 %) und verstärkter lokaler Beschaffung (37 %) – ein deutliches Zeichen für einen dringenden Wandel zur Eindämmung vorgelagerter Kosten und zur Sicherung der nachgelagerten Stabilität.
Während fast die Hälfte (49 %) der britischen Unternehmen angibt, dass die jüngste US-Handelspolitik sich negativ auf ihre Gewinnmargen ausgewirkt hat, rechnen nur sechs Prozent mit Umsatzverlusten von über zehn Prozent. Dies deutet darauf hin, dass Unternehmen den Druck spüren, aber vergleichsweise zuversichtlich in ihrer Anpassungsfähigkeit bleiben.
Diese Resilienz wird durch entschlossene Veränderungen in der Beschaffung gestützt. Britische Unternehmen wenden sich von als risikoreich wahrgenommenen Regionen ab – 31 Prozent ziehen sich aus den USA zurück, 27 Prozent aus China. Stattdessen setzen sie zunehmend auf inländische und europäische Partner: 41 Prozent beschaffen mehr aus Großbritannien selbst, 41 Prozent aus Deutschland und 31 Prozent aus Frankreich. Insgesamt priorisieren nun 75 Prozent der britischen Lieferanten lokale Beschaffung in ihren zukünftigen Strategien – ein höherer Anteil als in Deutschland (70 %) oder Frankreich (67 %).
Gleichzeitig verändern sich die Kriterien, nach denen britische Einkäufer Lieferanten auswählen. Während der Preis weiterhin wichtig ist, legen Unternehmen zunehmend Wert auf Zuverlässigkeit und Konformität. 53 % der britischen Einkäufer nennen nachgewiesene Qualität und Zuverlässigkeit als oberste Priorität. Stabile und wettbewerbsfähige Preise (57 %) sowie vollständige regulatorische Konformität (47 %) sind ebenfalls wichtig. Diese Zahlen deuten auf eine klare Verschiebung von Kostenoptimierung hin zu Risikominimierung und Versorgungssicherheit hin.
Woodcock ergänzt: „Zeiten der Disruption schaffen immer Raum für Neuerfindung – und die klügsten Unternehmen nutzen diesen Moment, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu schärfen. Britische Firmen überleben nicht nur – sie vereinfachen, lokalisieren und bauen Lieferketten, die zukunftsfähig sind.“





