Wasserstoff-Reachstacker startet im Hafen Tilbury
Im britischen Hafen Tilbury in Essex ist der erste Reachstacker des Landes mit Wasserstoff-Brennstoffzelle in den operativen Einsatz gegangen. Die Vorserienmaschine wird im Containerumschlag eingesetzt und soll zeigen, ob Wasserstoff auch unter den hohen Anforderungen eines Hafens zuverlässig nutzbar ist.
Geliefert wurde das Gerät von Hyster gemeinsam mit dem britischen Händler Briggs Equipment. Der Wasserstoff wird nicht extern angeliefert: Ein Elektrolyseur erzeugt grünen Wasserstoff direkt auf dem Hafengelände. GeoPura stellt dafür die Infrastruktur für Erzeugung, Versorgung und Betankung bereit.

Ausgelegt auf den Schichtbetrieb
Der Reachstacker ist mit einem 60-kW-Brennstoffzellenmotor von Nuvera und einer Lithium-Ionen-Batterie mit 130 kWh ausgestattet. Die Hochdrucktanks fassen 32 kg Wasserstoff und sollen den Einsatz über eine zwölfstündige Schicht ermöglichen. Das Betanken dauert weniger als 30 Minuten.
Gegenüber einer vergleichbaren Dieselmaschine soll der jährliche Kohlendioxidausstoß um mehr als 107.000 kg sinken. Neben dem Wegfall von Abgasemissionen müssen jedoch auch Umschlagleistung, Verfügbarkeit und Robustheit den Anforderungen eines stark ausgelasteten Terminals entsprechen.
In die Entwicklung flossen Erfahrungen aus einem früheren Hyster-Pilotprojekt mit einem Reachstacker in Valencia ein, das im vergangenen Jahr abgeschlossen wurde. Das Brennstoffzellensystem wurde für die konkrete Anwendung angepasst. Die Maschine nutzt außerdem die standardisierte Softwarearchitektur von Hyster für elektrische Produkte.
Technologieprüfung unter realen Bedingungen
Dem Einsatz ging eine zweijährige Zusammenarbeit zwischen dem Hafen, Hyster und Briggs Equipment voraus. Briggs übernimmt Service und Wartung im laufenden Betrieb. Hyster unterstützt die Partner bei Brennstoffzelle und Hochvoltsystemen.
Die Erprobung soll klären, ob Wasserstoff im Containerumschlag gleichzeitig lokale Emissionen vermeiden und die geforderte Betriebsfestigkeit liefern kann. Der zur Gruppe Forth Ports gehörende Hafen Tilbury ordnet das Projekt in das Ziel ein, bis 2042 netto keine Treibhausgasemissionen mehr auszustoßen.





