Unternehmen wollen mehr Elektrofahrzeuge, stehen jedoch vor steigenden Kosten

Die Elektrifizierung von Firmenflotten in ganz Europa gewinnt an Dynamik. Mehr als die Hälfte der Unternehmen beabsichtigt, in den nächsten zwei Jahren zusätzliche vollelektrische Fahrzeuge anzuschaffen. Gleichzeitig stehen Flottenmanager vor erheblichen Herausforderungen – insbesondere steigende Kosten, zunehmende Nachhaltigkeitsanforderungen und ein öffentliches Ladenetz, das viele noch als unzureichend ansehen. Dies sind die Ergebnisse der neuesten DKV Mobility E‑Mobility-Studie, basierend auf einer Umfrage unter 1.732 Flotten- und Mobilitätsmanagern in ganz Europa.

„Unser Bericht zeigt deutlich, dass die Elektrifizierung in europäischen Unternehmen an Fahrt gewinnt. Gleichzeitig wird deutlich, dass die Umstellung der Firmenflotten für viele Unternehmen nach wie vor eine komplexe strategische Aufgabe ist“, sagt Sven Mehringer, Geschäftsführer bei DKV Mobility und verantwortlich für Energie- & Fahrzeugdienstleistungen.

Obwohl die Studie europaweit durchgeführt wurde, spiegeln sich die Ergebnisse stark im britischen Markt wider, wo die Elektrifizierung der Flotten an Schwung gewinnt. Das Vereinigte Königreich ist einer der größten Märkte für Elektrofahrzeuge in Europa, wobei batterieelektrische Fahrzeuge im Jahr 2024 etwa 16 % der Neuzulassungen ausmachen. „In Großbritannien sehen wir einen starken Schwung in Richtung Elektrifizierung, getrieben durch Regulierung und unternehmensweite Nachhaltigkeitsziele“, sagt Neil White, Country Manager UK bei DKV Mobility. „Gleichzeitig stehen Flottenmanager vor steigenden Kosten, zunehmenden Strompreisen und anhaltenden Bedenken hinsichtlich der öffentlichen Ladeinfrastruktur. Daher konzentrieren sich Unternehmen verstärkt auf die Kontrolle der Gesamtkosten des Eigentums und investieren in eigene Ladeinfrastruktur, um einen zuverlässigen Betrieb zu gewährleisten.“

Die Studie zeigt, dass die Transformation der Firmenmobilität von mehreren strukturellen Faktoren geprägt ist. Drei Themen stellen die größten Herausforderungen für das Flottenmanagement dar: steigender Kostendruck, zunehmende Nachhaltigkeitsanforderungen und die Elektrifizierung der Flotten. Größere Unternehmen und der Verkehrssektor spüren diese Belastungen besonders stark.

Gleichzeitig planen viele Unternehmen in den kommenden Jahren bedeutende Änderungen an ihrer Flottenstruktur. Rund 56 Prozent der befragten Unternehmen beabsichtigen, mehr vollelektrische Fahrzeuge anzuschaffen, während nur ein kleiner Anteil mit einem Rückgang rechnet. Plug-in-Hybride bleiben ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Flottenstrategie vieler Unternehmen. Traditionelle Verbrennungsmotoren werden hingegen voraussichtlich im Laufe der Zeit eine abnehmende Rolle spielen.

Unternehmen identifizieren drei Hauptbarrieren für die weitere Elektrifizierung: hohe Anschaffungskosten, steigende Strompreise und die wahrgenommene begrenzte Reichweite von Elektrofahrzeugen. Viele Befragte weisen auch auf eine noch unzureichend ausgebaute öffentliche Ladeinfrastruktur hin. „Viele Unternehmen haben sich klar zur Elektrifizierung ihrer Flotten verpflichtet. Entscheidend wird nun sein, ob die wichtigsten Rahmenbedingungen wie Kosten, Energiepreise und Infrastruktur mit diesem Schwung Schritt halten können“, sagt Mehringer.

Gleichzeitig investieren viele Unternehmen in eigene Ladelösungen. Heute betreiben rund neun von zehn Unternehmen mit Elektrofahrzeugen bereits Ladeinfrastruktur auf ihren Betriebsstätten. Eine klare Mehrheit plant zudem, diese Infrastruktur in den nächsten zwei Jahren weiter auszubauen.

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