LNG-Schiffsverkehr durch Hormus zieht wieder an – Datenlücken bleiben
In der vergangenen Woche wurden wieder mehr LNG-Tanker mit Katar-Bezug bei der Passage durch die Straße von Hormus beobachtet. Im August waren keine sichtbaren Durchfahrten katarischer LNG-Schiffe oder von Tankern mit Ladung aus dem Terminal Ras Laffan registriert worden. Die neuen Bewegungen zeigen, dass einzelne Lieferungen erneut aus dem Golf herausgelangen, belegen aber keine Rückkehr zum Normalbetrieb.
GasLog Skagen wurde am 27. September außerhalb der Meerenge vor Sri Lanka mit einer Ras-Laffan-Ladung gemeldet. Zuvor hatte das Schiff Fahrten innerhalb des Golfs von Katar in die Vereinigten Arabischen Emirate und nach Kuwait durchgeführt. Auch Al Shamal tauchte außerhalb der Meerenge wieder auf, nachdem das Schiff eine Ladung katarischer Herkunft transportiert hatte.
Mesaimeer und Al Ghashamiya sollen den Golf ebenfalls mit Ladungen aus Ras Laffan verlassen haben. Al Samriya, Al Daayen und Shandong Redwood wurden außerhalb der Meerenge oder auf Asienfahrten beobachtet. Al Mafyar soll vergangene Woche unbeladen wieder in die Wasserstraße eingefahren sein.
Automatisierte Systeme arbeiten mit einem unvollständigen Lagebild
Die größte digitale Herausforderung ist die eingeschränkte Datenqualität. Schiffe können ihren automatischen Identifikationssender AIS während einer Passage abschalten. Solche nicht sichtbaren Fahrten führen dazu, dass öffentliche Tracking-Daten den tatsächlichen Verkehr nicht vollständig abbilden.
Für Reedereien, Charterer und industrielle Abnehmer erschwert das die automatisierte Berechnung von Ankunftszeiten, die Terminalplanung und die Bestandssteuerung. Software kann vorhandene Signale auswerten, fehlende Positionsdaten jedoch nicht zuverlässig ersetzen.
Unsicherheit erreicht die gesamte Lieferkette
Europäische LNG-Käufer, Schifffahrtsunternehmen und Terminalbetreiber müssen weiterhin mit Verspätungen, höheren Versicherungs- und Frachtkosten sowie möglichen Umleitungen rechnen. Ein länger anhaltender Rückgang des Verkehrs durch Hormus könnte außerdem die Nachfrage nach alternativen Ladungen erhöhen und Lieferwege verlängern.
Die aktuellen Beobachtungen stehen daher für eine begrenzte Wiederaufnahme des Verkehrs, nicht für einen verlässlich geöffneten Energiekorridor. Weitere Angaben zu den Schiffbewegungen veröffentlichte MarineLink.





