Ladeprobleme bremsen die Elektrifizierung der Flotte

Ein Fachmann für die Vermietung von Nutzfahrzeugen hat ein neues Whitepaper veröffentlicht, das untersucht, warum die Ladeinfrastruktur die Akzeptanz von Elektrofahrzeugen im Bereich der leichten Nutzfahrzeuge (LCV) behindert.
Das Whitepaper „Charging Ahead“, basierend auf Daten aus der EV Readiness Survey von Dawsongroup für Flottenbetreiber im Vereinigten Königreich, deckt eine Diskrepanz zwischen wahrgenommener Bereitschaft und tatsächlicher Umsetzung auf.
Während 53 % der Befragten glauben, dass ihre Betriebsstätten für die EV-Ladeinfrastruktur geeignet sind, haben nur 27 % tatsächlich Ladestationen vor Ort installiert. Gleichzeitig sind 47 % unsicher über die Eignung oder halten ihre Betriebsstätten insgesamt für ungeeignet.
Im Bericht wird die Reichweite als der wichtigste Faktor bei der EV-Auswahl für Flottenmanager (42 %) identifiziert. Für Mikroflotten mit zwischen einem und zehn Fahrzeugen kann ein einzelner Van, der bei der Reichweite nicht ausreicht, den gesamten Tagesbetrieb durcheinanderbringen.
„Bei kleineren Flotten ist jedes Fahrzeug ein Arbeitstier. Wenn eines die erwartete Reichweite nicht liefert, stört das den gesamten Betrieb“, sagte Sarah Gray (im Bild unten), Leiterin der ZEV-Strategie und -Entwicklung bei Dawsongroup Vans. Auch die Ladegeschwindigkeit wird als tägliche Herausforderung hervorgehoben. Im Gegensatz zu privaten EVs laufen gewerbliche Vans nach engen Zeitplänen, bei denen langsames Laden direkt zu Produktivitätsverlusten führt. Das Whitepaper betont, dass eine schnellere Ladeinfrastruktur entscheidend ist, um Fahrzeuge auf der Straße zu halten, wobei Fahrer während Pausen nachladen können, anstatt auf eine vollständige Ladung zu warten.

Die Ergebnisse zeigen, dass 59 % der Fahrer ihre Fahrzeuge über Nacht nach Hause bringen, was Herausforderungen bei der Ladezuverlässigkeit und Kostenkontrolle schaffen kann.
„Wenn Fahrzeuge über Nacht verteilt sind, verlieren Unternehmen die Kontrolle über die Ladezuverlässigkeit und die Kostenverwaltung. Es wird schwieriger, den Energieverbrauch zu überwachen und sicherzustellen, dass die Fahrzeuge für den nächsten Tag einsatzbereit sind“, sagt Gray.
Trotz der Tatsache, dass 41 % der Flotten ihre Fahrzeuge auf ihrem Betriebsgelände über Nacht parken, bleibt die Nutzung der Ladestationen vor Ort überraschend gering. Das Whitepaper legt nahe, dass viele Unternehmen die Komplexität der Installation unterschätzen.
„Viele Unternehmen unterschätzen die Komplexität der Installation“, sagt Simon Ridley, Geschäftsführer bei Dawsongroup Vans. „Von der Bewertung der elektrischen Kapazität bis hin zur Kostenverwaltung und Planung für zukünftige Skalierbarkeit. Es geht nicht nur darum, Ladestationen zu kaufen; es geht darum, sie in das Geschäftsmodell zu integrieren.“
Das Whitepaper empfiehlt einen praktischen, phasenweisen Ansatz, beginnend mit temporären oder mobilen Ladelösungen, die Durchführung von Standortbewertungen zur Ermittlung der Stromverfügbarkeit und den Aufbau einer Infrastruktur, die mit der Flotte wachsen kann.
Die Experten von Dawsongroup Vans ermutigen Unternehmen, reale Fahrzeugtests und Telematik zu kombinieren, um die EV-Leistung anhand tatsächlicher Routenanforderungen zu prüfen, anstatt sich nur auf Herstellerangaben zu verlassen.





