Lagerorchestrierungssoftware schließt die Effizienzlücke des „One-Size-Fits-All“-Ansatzes
Die starre, „Einheitsgröße“-Beschränkung herkömmlicher Lagerverwaltungssysteme könnte endlich auf ihre Grenzen stoßen. Auf der MODEX 2026 präsentierte Ocado Intelligent Automation (OIA) eine bedeutende Weiterentwicklung seiner Ocado IQ Software, die auf eine stärkere Granularität und adaptive Erfüllungsstrategien hinweist.
In einer Diskussion auf der Veranstaltung erläuterte Gaurav Daru von Ocado Engineering zusammen mit Ian Wright, wie das Unternehmen nahezu zwei Jahrzehnte operative Daten nutzt, um ein anhaltendes Branchenproblem anzugehen: den „nicht optimierten“ Boden.
Durchbrechung der Ein-Strategie-Beschränkung
Die meisten Legacy-Lagerverwaltungssysteme erzwingen eine einheitliche Kommissionierungsstrategie in jedem Gang und jeder Schicht. Diese mangelnde Flexibilität führt häufig dazu, dass Manager Schwierigkeiten haben, Arbeitskosten auszugleichen, was oft zu Überstunden oder temporärem Personal führt, um systemische Engpässe auszugleichen.
Die Antwort von Ocado ist ein Software-Stack, der gleichzeitige Pick-Modi ermöglicht. Anstatt einer globalen Einstellung können Bediener Arbeitsabläufe nun gangweise konfigurieren, speziell abgestimmt auf die Dichte, Geschwindigkeit und Anordnung des Inventars in dieser Zone.
„Ocado IQ hat die Flexibilität, an verschiedene Formfaktoren anzupassen“, erklärte Daru und betonte, dass das System alles von Fall- bis zu Einzelstück-Picks auf verschiedenen Hardwareplattformen, einschließlich ihrer Chuck- und Porter-Roboter, steuert.
Der „Smart Bypass“ und die einheitliche Orchestrierung
Neben flexibler Kommissionierung führt die neue Version Smart Bypass ein, eine Funktion, die darauf ausgelegt ist, kritische Sekunden bei Zykluszeiten zu sparen, indem sie eine Direkt-zu-Pick-Routing ermöglicht. Durch die Eliminierung traditioneller „Treffpunkte“ und administrativer „Badge-in“-Verzögerungen zielt das System auf ein Maß an Reaktionsfähigkeit ab, das für ultraschnelle Operationen erforderlich ist.
Wichtige technische Highlights des Updates umfassen:
- Einheitliche Schnittstelle: Jeder Arbeitsablauf – einschließlich Kommissionierung, Aufgaben, Routing und Fehlerbehebung – wird über eine einzige Oberfläche gesteuert.
- Intelligenz im Mittelpunkt: Die Software nutzt Daten von über 100 globalen Standorten, um KI-gesteuerte Effizienz zu verfeinern.
- Hardware-agnostisch: Das System ist darauf ausgelegt, „Magie“ auf verschiedene Produktlinien und Formfaktoren zu bringen, sobald sie eingesetzt werden.
ROI in Monaten, nicht Jahren
Der Business Case für dieses Maß an Orchestrierung ist ambitioniert. OIA behauptet, dass durch den Wechsel zu diesem adaptiven Modell die Kommissionierungsproduktivität um das Dreifache steigen kann.
Vielleicht am überzeugendsten für Logistikleiter, die mit verschärften Margen konfrontiert sind, ist die schnelle Amortisation. Laut OIA kann die Effizienzsteigerung durch Ocado IQ eine vollständige Kapitalrendite in nur sechs Monaten liefern.
Wie Daru anmerkte, geht es bei dem Ziel nicht nur um Automatisierung um ihrer selbst willen, sondern darum, „die Effizienz in den Kundenzentren zu verbessern“, indem Lösungen geliefert werden, die sich an die spezifischen, sich entwickelnden Bedürfnisse des Lagerbodens anpassen.





