Kleine Sendungen stellen die Sortierautomatisierung vor neue Aufgaben

Why Parcel Automation Must Adapt to Smaller, Irregular Items

In Paketzentren wächst nicht nur das Sendungsaufkommen, sondern auch die Vielfalt der Formate. Neben klassischen Kartons laufen leichte Beutel, zylindrische Produkte und unregelmäßig geformte Sendungen durch die Anlagen. Was bei einem einzelnen Paket kaum auffällt, kann bei großen Mengen die Leistungsfähigkeit eines gesamten Sortierbetriebs beeinflussen.

Über diese Entwicklung sprachen Paul Hamblin und Gert Jan Veelenturf von Eurosort bei der Parcel and Post Expo in London. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob heutige Sortiersysteme für künftige Volumina ausreichen, obwohl viele Anlagen für einen deutlich gleichförmigeren Sendungsmix konzipiert wurden.

Mehr Automatisierung ist nicht automatisch die Lösung

Abweichende Abmessungen und Formen können die Aufgabe, Identifikation, Weiterleitung und Ausschleusung erschweren. Wird ein System mit einem ungeeigneten Sendungsprofil betrieben, beseitigt zusätzliche Automatisierung das Problem nicht zwangsläufig. Ein Engpass kann lediglich an eine andere Stelle der Linie verlagert werden.

Für Logistikunternehmen liegt der Nutzen deshalb nicht allein im Ersatz manueller Tätigkeiten. Automatisierung soll vor allem ermöglichen, dass ein bestehender Standort und seine Belegschaft deutlich größere Mengen bewältigen. Angesichts teurer Flächen und der schwierigen Personalsuche gewinnt eine höhere Durchsatzleistung innerhalb des vorhandenen Footprints an Bedeutung.

Robotik an der Aufgabe und am Sortierausgang

Als mögliche nächste Schritte gelten robotergestützte Aufgaben sowie stärker automatisierte Sortierausgänge. Die Entwicklung der kommenden fünf Jahre könnte dadurch den Umgang mit einem breiteren Spektrum an Sendungen verbessern und gleichzeitig manuelle Eingriffe reduzieren.

Für Investitionsentscheidungen bedeutet das: Nicht nur die Spitzengeschwindigkeit einer Anlage zählt. Unternehmen sollten ebenso prüfen, wie robust sie auf unterschiedliche Formate reagiert, wie gut sie sich in bestehende Gebäude integrieren lässt und ob sie bei wachsendem E-Commerce mitwachsen kann. Flexibilität wird damit zu einem zentralen Leistungsmerkmal industrieller Logistik.

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