KI-Agenten beschleunigen die Routenentwicklung, lösen aber das Praxisproblem nicht
KI-Agenten werden zu einem festen Bestandteil bei der Entwicklung von Werkzeugen für die Routenplanung. Eine Erhebung von Kardinal zeigt jedoch, dass die zentrale Schwachstelle bestehen bleibt: Rechnerisch optimierte Touren passen häufig nicht zu den Bedingungen im täglichen Betrieb.
Für die zwischen dem 1. Juli und dem 8. September 2026 befragten Entwickler, CTOs und technischen Teamleiter gehört KI bereits zum Arbeitsalltag. 35 % nutzen täglich einen KI-Agenten, weitere 23 % gelegentlich. Am häufigsten wurde Claude Code genannt, gefolgt von GitHub Copilot. Viele Teams setzen mehrere Werkzeuge parallel ein.
Die Realität auf der Strecke bleibt entscheidend
56 % der Befragten sehen die Abweichung zwischen geplanter Route und tatsächlicher Betriebssituation als größtes Problem. Dahinter folgen Leistung und Rechenzeit mit 47 % sowie wechselnde Geschäftsanforderungen mit 43 %. 39 % fällt es zudem schwer zu beurteilen, ob eine berechnete Route tatsächlich besser ist.
Für Industrieunternehmen bedeutet das: Ein leistungsfähiger Solver ersetzt kein vollständiges Betriebsmodell. Lieferzeitfenster, verfügbare Laderampen, Kühlfahrzeuge und individuelle Gewohnheiten von Kunden können die Umsetzbarkeit stärker bestimmen als die reine Rechenleistung. Fehlen diese Faktoren, bleibt die Optimierung auf dem Bildschirm.
Eigenentwicklung erhöht den Wartungsaufwand
56 % der Teams haben ein eigenes Planungstool entwickelt. Tabellen sind weiterhin bei 31 % im Einsatz, ebenso häufig wie Standardsoftware oder eine API. Die Ansätze schließen einander nicht aus; fast die Hälfte der Eigenentwickler nutzt zusätzlich ein weiteres Werkzeug.
Der Eigenbau beseitigt die operative Lücke allerdings kaum. Sie betrifft 51 % der internen Entwicklungsteams und 50 % der übrigen Befragten. Auch der Betrieb eigener Lösungen bindet Ressourcen: 35 % berichten von regelmäßiger Wartung, 18 % von einem hohen Aufwand mit eigens dafür vorgesehenen Kapazitäten. Nur 12 % kommen nahezu ohne Wartung aus.
Transparente Preise sind für potenzielle Käufer ebenfalls wichtig. 65 % stört ein Produkt ohne öffentlich zugängliche Preisangabe stark, 26 % schließen eine Bewertung grundsätzlich aus. Als größte Sorge nennen 41 % eine unkontrollierte Kostensteigerung. Die entscheidende Differenzierung liegt laut Kardinal daher weniger im Algorithmus als in der präzisen Abbildung der betrieblichen Realität. Ohne diese Grundlage bleibt die optimale Route theoretisch.





