Hubtex entwickelt abgestimmte Fahrzeugflotte für das Endlager Konrad

Hubtex engineers a coordinated vehicle fleet for deep repository operations

Für das deutsche Endlager Konrad entwickelt Hubtex fünf unterschiedliche Fahrzeugtypen, die als abgestimmtes Gesamtsystem zusammenarbeiten sollen. Die Flotte übernimmt Aufgaben vom oberirdischen Handling und Weitertransport bis zur präzisen Einlagerung schwach- und mittelradioaktiver Abfälle in rund 850 Metern Tiefe.

Zusätzlich werden die Fahrzeuge Frischbeton und Pumpbeton für die spätere Verfüllung der Lagerbereiche transportieren. Mehrere größere Fahrzeuge müssen dafür in Einzelkomponenten zerlegt, in die unterirdische Anlage eingebracht und dort wieder montiert werden. Die bestehende Prüf- und Dokumentationskette muss während dieses Ablaufs ohne Unterbrechung erhalten bleiben.

Vom Prozess zur Fahrzeugarchitektur

Eine Standardmaschine konnte die Anforderungen nicht abdecken. Enge Fahrwege, Steigungen, hohe Fahrzeuggewichte sowie festgelegte Abläufe für Fahren, Bremsen und Lastübergabe bestimmen die Konstruktion. Hinzu kommen Vorgaben zu Strahlenschutz, Dekontamination, Brandlast, Kollisionsvermeidung, möglichen Absturzhöhen und Bedienerschutz.

Hubtex untersuchte zunächst Fahrwege, Schnittstellen, Lastübernahmen, Umgebungsbedingungen und Gefährdungen. Daraus entstanden abgestimmte Konzepte für Fahrwerk, Lenkung, Hubtechnik und Schutz. Je nach Einsatz verfügen die Fahrzeuge unter anderem über abgeschirmte Fahrerhäuser mit Bleiglas und massiven Stahlwänden, geschützte Lüftung, Brandüberwachung, Löschtechnik und Notlenkung. Ortung, optische Spurführung, Ladungsträgerverfolgung und Kommunikationssysteme unterstützen die Einbindung in den Gesamtprozess.

Die technische Kernaufgabe liegt in den Übergaben zwischen den Fahrzeugen. Mechanik, Schutzfunktionen und Prozessüberwachung müssen gemeinsam funktionieren und jeden Schritt nachvollziehbar machen. Hubtex behandelt deshalb nicht das Einzelfahrzeug, sondern die gesamte Transportkette als Entwicklungsobjekt.

Nachweisführung als Teil der Fertigung

Die Absicherung beginnt lange vor der Endabnahme. Zeichnungen, Berechnungen und Prüfpläne legen fest, wie die Fahrzeuge konstruiert, gefertigt und getestet werden. Änderungen werden bewertet und dokumentiert; umgesetzt werden sie erst nach Freigabe. Die Abschlussunterlagen bilden den tatsächlich hergestellten und geprüften Zustand ab.

Werkstoffe, Schweißnähte, Baugruppen und Installationen werden während der Fertigung nach definierten Plänen kontrolliert. Je nach Prüfschritt sind neben der Qualitätssicherung von Hubtex auch Vertreter der BGE und ein unabhängiger Sachverständiger beteiligt. Zusätzliche Schweiß- und Verfahrensqualifikationen sowie zerstörungsfreie Prüfungen sichern die Integrität spezieller Materialien, großer Blechdicken und kritischer Verbindungen.

Das Projekt zeigt, wie sich individuelle Fahrzeuge für schwere, sensible oder gefährliche Lasten entwickeln lassen, wenn Sicherheit, betriebliche Zuverlässigkeit und langfristige Nachweisbarkeit gleichrangig behandelt werden.

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