Clustag entwickelt RFID-Tunnel für bestehende Fördertechnik

Clustag adds retrofit-ready RFID tunnel for conveyors

Der RFID-Spezialist Clustag hat mit dem COS Tunnel eine neue Lösung für die automatische Prüfung von Kartons, Taschen und Paketen vorgestellt. Das System wird über bestehenden Förderstrecken installiert und richtet sich damit vor allem an Logistikzentren mit bereits aufgebauter Materialflussinfrastruktur.

Die offene Architektur soll Unternehmen den Einstieg in RFID erleichtern, wenn umfangreiche Umbauten, lange Anlagenstillstände oder eine komplette Neuanordnung der Fördertechnik vermieden werden müssen. Der Tunnel lässt sich in Breite, Höhe und Betriebsaufbau an die jeweilige Anwendung anpassen.

Lesebereich auf den Warenfluss fokussiert

Clustag hat dafür ein eigenes Verfahren zur Steuerung der Wellenaussendung und der RFID-Lesezone entwickelt. Die Erfassung wird auf den Bereich konzentriert, den die Sendungen tatsächlich durchlaufen. Damit soll die Prozessstabilität auch unter realen Bedingungen mit wechselnder Paketdichte und unterschiedlichen Abständen unterstützt werden.

Die erfassten Daten werden über die ZENTUP-Plattform an vorhandene IT-Systeme angebunden. Möglich sind Verbindungen zu WMS, ERP, WCS und WES. Einsatzfelder liegen unter anderem im Wareneingang, bei der Versandvalidierung und in der Vorbereitung von Ecommerce-Bestellungen.

Für die Auslegung berücksichtigt Clustag die Fördergeschwindigkeit, die Dichte der Pakete, den Abstand zwischen Kartons und die Bedingungen am Einsatzort. Vorgestellt wurde COS Tunnel bei RAIN in Action Madrid 2026, einer Veranstaltung rund um RAIN RFID.

Zwei Lösungen für unterschiedliche Prioritäten

Nach Angaben des Herstellers ist COS Tunnel nicht als Ersatz für MOT Station gedacht. Der neue Ansatz soll vor allem bei schnellen, flexiblen Integrationen und in Brownfield-Projekten seine Stärke ausspielen. MOT Station bleibt für Anwendungen vorgesehen, bei denen höchste Genauigkeit, eine kontrollierte RFID-Umgebung und die Prüfung kritischer Abläufe im Vordergrund stehen.

Für Betreiber entsteht damit ein abgestuftes Angebot: RFID kann in besonders anspruchsvollen Prozessen mit maximaler Kontrolltiefe eingesetzt oder schrittweise in bestehende Anlagen integriert werden. Das senkt die infrastrukturelle Hürde für Automatisierungsprojekte, ohne die Anbindung an zentrale Logistiksysteme aufzugeben.

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